Auswahl nachhaltiger Lieferanten

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Worum geht‘s?

Unternehmen sollten über Strategien nachdenken, wie sie regionale Lieferanten in ihr Sourcing-Netzwerk einbeziehen, um einerseits die Abhängigkeit globaler Märkte zu verringern und gleichzeitig nachhaltiger zu wirtschaften, denn weitaus geringere Transportwege reduzieren den CO2-Ausstoß in der Beschaffung deutlich.

Was bringt es Ihrem Unternehmen?

  • Sie reduzieren den CO2-Ausstoß Ihres Unternehmens
  • Sie haben einen zuverlässigen Partner vor Ort und sind weniger abhängig von transnationalen Lieferketten
  • Egal ob B2C oder B2B – immer mehr Menschen schauen genau hin, wo Waren herkommen und ob sie nachhaltig produziert wurden. Sie können Ihr Engagement regional einzukaufen also werbewirksam im Absatzgeschäft kommunizieren
  • Als Lieferant selbst profitieren Sie durch eine feste Kundenbeziehung und besser planbare Abnahmemengen
  • Zusätzlicher Grund: Die Einschränkungen der Corona-Pandemie haben veranschaulicht, wie hoch die Risiken globaler Lieferketten sind, auf denen zahlreiche Beschaffungsstrategien – z. B. aus Asien – basieren

Für 40% aller deutschen Unternehmen sind regionale Lieferanten ein in Zukunft immer wichtigeres Thema.

Aufwand

finanziell

  • höhere Beschaffungskosten für regionale Produkte, die bestimmte Standards einhalten (z. B. Siegel wie Öko oder Bio-Qualität)

zeitlich

  • Clusterung des Einkaufs nach Produkten und Bezugsorten
  • Identifikation von regionalen Alternativen oder Ersatzprodukten

*Bitte beachten Sie, dass unsere Angaben zum Aufwand nur Schätzungen sind und stark variieren können, abhängig von verschiedenen Unternehmensparametern wie z.B. Größe, Branche, Ressourcenbedarf.

Gut zu wissen

  • Neben den klassischen Beschaffungskriterien wie etwa Produktqualität, Lieferzeiten und Preis-Leistungsverhältnis müssen in diesem Fall bei der Auswahl der Lieferanten auch Nachhaltigkeitskriterien Beachtung finden. Folgende Kriterien schlagen wir Ihnen zum Start vor:
    • die Einhaltung eines Verhaltenskodex bei Lieferanten
    • die Regionalität bzw. Entfernung zu Ihrem Firmenstandort
    • die Nutzung umweltverträglicher Verkehrsmittel bei Lieferung u. Anreise

 

  • Einkaufskooperationen von Unternehmen, die gleiche oder ähnliche Bedarfe haben, können sinnvoll sein, um ein relevantes Einkaufsvolumen zu schaffen. Das gibt inländischen Investoren Abnahmeperspektiven

 

  • Make-or-buy-Analysen für bislang zugekaufte Teile schaffen Klarheit, unter welchen Bedingungen der Aufbau einer eigenen regionalen Produktion realistisch ist

 

  • Je nach Unternehmensgröße und Art und Anzahl der Lieferanten kann die Analyse der Lieferkette und die Umstellung auf regionale Lieferanten anspruchsvoll und zeitaufwendig sein. Lassen Sie sich nicht entmutigen, sondern starten Sie mit kleinen Schritten und den am einfachsten recherchierbaren Waren/Dienstleistungen, die Sie durch regionale austauschen wollen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Stellen Sie sich eine Übersicht zusammen, welche Produkte, sie wann, woher und wie oft beschaffen. Sortieren Sie nach höchstem CO2-Ausstoß, die Produkte nach oben, welche die weiteste Entfernung zu Ihnen zurücklegen.

Arbeiten Sie sich von den „oben“ nach „unten“ durch und suchen Sie nach Alternativen, die aus Ihrer Region stammen.

Nehmen Sie Kontakt zum Lieferanten auf und holen Sie sich Vergleichsangebote ein, um auf eine regionale Zulieferung umzustellen. Überlegen Sie auch, wie Sie etwaige Mehrkosten refinanzieren oder umlegen können. Auch eine entsprechende Kundenkommunikation kann – wenn nicht sowieso notwendig – bei Mehrkosten sinnvoll sein.

Wer hats schon gemacht?

 

Ich verweise hier auf die Weisheit einer zunehmenden Zahl an Verbraucherinnen und Verbraucher, denn Marktforscher haben herausgefunden, dass Regionalität, Vertrauenswürdigkeit und Nachhaltigkeit heute noch stärker gewichtet und als vordringliche Werte betrachtet werden. Auch weil sie uns gegen und in Krisen stärken. 

Reinhard Schneider, Geschäftsführer und Inhaber der Werner & Mertz GmbH, LINK