Energiespar-Regeln fürs Büro

#Anwendungsbereich: Mitarbeitende, Im Büro | #Nachhaltigkeitsdimension: ökologisch, ökonomisch  | #strategische Einordnung: niedrigschwellig/kurzfristig

Worum geht‘s?

Sparen Sie in Ihren Büroräumen gemeinsam mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch leicht umzusetzende Regeln Energie und CO2 ein.

Was bringt es Ihrem Unternehmen?

  • Sie leisten einen Beitrag zum Klimaschutz und sparen sofort Energie und somit Geld in Ihrem Büro ein – bis zu 30% Einsparungen sind laut Deutscher Energie-Agentur möglich. Auch mit der Strom- und Gaspreisbremse der Bundesregierung rentieren sich Ihre Einsparbemühungen, da nur 80% des Verbrauchs gedeckelt werden
  • Sie machen Ihr Engagement für Ihre Belegschaft sichtbar – häufig ein Pluspunkt bei jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – und stärken damit den Teamzusammenhalt im Unternehmen sowie Ihre Attraktivität für zukünftige Mitarbeitende
  • Mit Ihrer Vorbildwirkung als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden, Energie einzusparen und regen sie an, sich auch privat damit auseinanderzusetzen – ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der gesamten Gesellschaft

KMU sind laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) für 13 Prozent des europäischen Energieverbrauchs verantwortlich.

Quelle: Berliner Energieagentur

Aufwand*

finanziell

  • Direkte Kosteneinsparungen bis zu 30% – je nach Unternehmensart und -größe
  • Neuanschaffung z.B. von energiesparenden Geräten, LED-Lampen, Recyclingpapier, Abfalltrennsystemen oder wenn gewünscht Strommessgeräten. Bei energiesparenden Geräten/Lampen amortisiert sich in der Regel nach einiger Zeit die Investition

zeitlich

  • Einmalig zu Beginn: Brainstorming, Festlegen und Dokumentation bzw. Gestaltung der Regeln (4-12 h)
  • vorab: Ermittlung Ihres aktuellen Strom- und Gasverbrauchs und Festlegung von Einsparzielen für die Energiespar-Regeln
  • Kommunikation der Energiespar-Regeln und Aktivierung der Belegschaft (regelmäßige Aktivitäten z.B. pro Quartal)

*Bitte beachten Sie, dass unsere Angaben zum Aufwand nur Schätzungen sind und stark variieren können, abhängig von verschiedenen Unternehmensparametern wie z.B. Größe, Branche, Ressourcenbedarf.

Unser Vorschlag für Ihre Energiespar-Regeln, die Sie beliebig anpassen und erweitern können:

1. Müll trennen

Auch wenn sich die Einsparung nicht sofort im Büro zeigt: Mülltrennung ermöglicht Recycling, was wiederum Rohstoffe und CO2 einspart. Sammeln und entsorgen Sie Ihren Müll daher getrennt nach:

  • Pappe/Papier
  • Verpackungen/Kunststoffe
  • Bio-/Speiseabfälle
  • Glas
  • Restmüll
  • Elektroschrott und Batterien (Recylinghof oder spezielle Annahmestellen)

2. Licht ausschalten

Schalten Sie bei längerem Verlassen des Raums in Büros, Küchen und Toiletten immer das Licht aus.

Extra-Tipp: Ersetzen Sie – ggf. auch nach und nach – Ihre Glühbirnen und Leuchtröhren durch LED-Leuchten, diese sparen bis zu 90 Prozent Strom (Quelle: Öko-Institut e.V.). Längerfristig lohnt sich der Einbau von Bewegungsmeldern, um das Licht automatisch auszuschalten.

3. Geräte ausschalten

Wenn Rechner, Bildschirme, Drucker, Kaffeemaschinen, Wasserkocher etc. nicht in Gebrauch sind, schalten Sie diese aus und trennen Sie sie am besten auch vom Stromnetz, um unnötigen Verbrauch im Standby-Modus zu vermeiden. Unterstützen können dabei Steckdosenleisten mit Ein- und Ausschaltknopf. Achten Sie auch darauf, Computer und Laptops nicht nur zuzuklappen, sondern herunterzufahren.

Extra-Tipp: Greifen Sie bei neuen Anschaffungen auf energieeffiziente Produkte und Anlagen zurück. Orientieren Sie sich dabei am EU-Label mit den Energieeffizienzklassen A bis G (weitere Infos zum EU-Label: Umweltbundesamt). Die effizienteste Klasse ist A. Energiesparend ist es auch, noch funktionierende Altgeräte zu spenden oder an den Gebrauchthandel weiterzuverkaufen (z.B. über Gebrauchtgeräteplattformen) und kaputte Geräte zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen. Modulare, reparierbare Technik mit austauschbaren Einzelteilen wird dann – wo anwendbar – ein Einkaufskriterium.

4. Automatischer Energiesparmodus statt Bildschirmschonern

Bearbeiten Sie die Einstellungen an Ihren PCs, so dass sich diese bei Nichtnutzung automatisch in den energiesparenden Modus schalten. Bildschirmschoner sind dagegen zum Energiesparen nicht zu empfehlen.

5. Druckaufträge minimieren und Recyclingpapier verwenden

Vermeiden Sie wann immer möglich das Drucken (zum Beispiel von E-Mails) und sparen Sie Papier und Energie. Gebrauchen Sie das Umweltzeichen der Bundesregierung „Blauer Engel“ für recyceltes und ressourcenschonendes Druckerpapier. Nutzen Sie automatisierte Voreinstellungen im Drucker für die Papierausgabe (Recyclingpapier), Schwarz-Weiß-Druck oder doppelseitigen Druck.

Siehe auch Maßnahme „Nachhaltiges Büromaterial“.

6. Büromaterialbestellungen gesammelt aufgeben

In Teams/Abteilungen gemeinsam bestellen, um die Anzahl der Anlieferungsfahrten und damit CO2 zu verringern, ebenso wie das Porto, also Ihre Kosten.

Siehe auch Maßnahme „Nachhaltiges Büromaterial“.

7. Geschirrspüler nur voll starten

Spüldurchläufe mit halbvollem Gerät vermeiden, um Strom zu sparen.

8. Hände nur mit kaltem Wasser waschen

Für effektives Händewaschen ist die Temperatur des Wassers nicht entscheidend. Wenn möglich, können Sie auch das Warmwasser an den Handwaschbecken der Toiletten abstellen.

9. Treppen nutzen statt Aufzug

Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeitenden, dass – wenn möglich – Treppen statt Aufzügen genutzt werden. Dies ist neben der Energie- und Kosteneinsparung auch gut für Fitness und Gesundheit.

10. Richtiges Lüften

Regelmäßiges kurzes Lüften mit weit geöffnetem Fenster ist in der Heizsaison energiesparender und effizienter als langes Lüften mit gekipptem Fenster. Dabei sollte der Heizkörper, wenn möglich, runtergedreht werden. Achten Sie auch darauf, dass abends alle Fenster geschlossen sind und drehen Sie – wenn bei Ihnen möglich – die Heizung nach Büroschluss runter.

Siehe auch Maßnahme „Heiztemperatur um 1 Grad senken“.

Weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung finden Sie auf dieser IHK-Seite.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Greifen Sie unsere Vorschläge auf oder recherchieren Sie eigene im Internet oder auf Fachveranstaltungen. Sie können auch bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ideen einsammeln, so beziehen Sie diese von Anfang an mit ein. Und auch der Austausch mit anderen Unternehmen, Nachbarn oder Netzwerken kann hilfreiche Tipps liefern. Stimmen Sie sich ggf. auch mit bestimmten Mitarbeitenden oder Abteilungen zum Beispiel aus IT oder Einkauf ab.

Extra-Tipp: Bevor Sie Energiespar-Regeln festlegen, messen Sie Ihren Energieverbrauch. Prüfen Sie Ihre Jahresrechnungen für Strom und Wärme bezüglich Ihres Gesamtverbrauchs und nutzen Sie Strommessgeräte oder Energiemanagement-Apps, um den Verbrauch einzelner Geräte zu schätzen oder zu messen (einige Tools zur Energieermittlung: Link unten). Dies hilft Ihnen, Einsparpotentiale zu identifizieren und konkrete Sparziele zu setzen. Ersetzen Sie ggf. Stromfresser durch energiesparende Geräte. Ein Vorher-Nachher-Vergleich motiviert, macht Steuerung möglich und ist ein guter Start für die Datensammlung, die zum Beispiel auch für einen Nachhaltigkeitsbericht oder die Berechnung Ihres CO2-Fußabdrucks nötig ist.

Siehe auch Maßnahme „Nachhaltigkeitsbericht(-erstattung)“. Weitere Maßnahmen zum Energieeinsparen: „Heiztemperatur um 1 Grad senken“, „Nachhaltige Webseite/IT“, „Räume abdichten„, „Energieberatung

Welche Details müssen noch in Ihrem Unternehmen abgestimmt und definiert, welche Voreinstellungen gemacht werden, damit jeder Mitarbeitende die Energiespar-Regeln leicht umsetzen kann? Klären Sie offene Punkte und formulieren Sie dann Ihre Regeln leicht verständlich für die Bekanntmachung. Legen Sie die Ausgestaltung fest. Die Energiespar-Regeln können zum Beispiel auf große Poster (zwei Vorlagen dafür LINK unten) oder auf kleine Erinnerungs-Sticker gedruckt und ausgehängt werden. Möglich ist auch, dass sie in Unternehmens-Handbücher oder Onboarding-Material integriert werden und im Intranet stehen.

Hängen Sie die Poster/Sticker gut sichtbar in Büros und Gemeinschaftsflächen aus bzw. sorgen Sie für die Verbreitung der Regeln in Handbüchern und Intranet. Vergessen Sie nicht, auch in Mitarbeitenden-Versammlungen darauf hinzuweisen. Sorgen Sie für genügend Motivation, indem Sie die Gründe für die Regeln gut erklären und Anreize schaffen, zum Beispiel durch Wettbewerbe und Preisverleihungen.

Für die Umsetzung der Energiespar-Regeln im Büroalltag sind Verhaltensänderungen bei Ihren Mitarbeitenden nötig. Erinnern Sie daher regelmäßig an die Regeln und thematisieren Sie diese in Terminen mit neuen Tipps und Fakten wann immer möglich. Bieten Sie ohne Druck Austausch, Dialog und kleine Aktivitäten wie Diskussionsrunden zum Thema Energiesparen an. Binden Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Thema Energiesparen ein, fragen Sie sie nach ihren Ideen und Erfahrungen dazu. Je nach Unternehmensgröße: Gehen Sie auf jede Abteilung oder jeden einzelnen Mitarbeitenden zu und holen sie oder ihn ab. Und das Wichtigste: Seien Sie selbst Vorbild! (Weitere Tipps zum Aktivieren von klimafreundlichem Verhalten: hier). Evaluieren Sie nach einiger Zeit die Energiespar-Regeln: Wie kommen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit klar, was klappt gut, wo ist noch mehr Engagement nötig? Im Dialog mit den Mitarbeitenden können und sollten die Regeln bei Bedarf angepasst werden.

Siehe auch Maßnahme „Mitarbeiteraktivierung

Wer hat es schon gemacht?

„Ich empfehle, sich zu den Energiespar-Regeln einfache, leicht umsetzbare Ziele zu setzen und diese messbar zu machen, damit Verbesserung sichtbar wird. Unsere Strommenge wurde (bei gleichem Geschäft) tatsächlich um 15% reduziert.“

André Steuer, Nachhaltigkeitsmanager

AXICA Kongress- und Tagungszentrum Pariser Platz GmbH

André.Steuer@axica.de

 

Wer hat es schon gemacht?

„Meine Mitarbeitenden fragen sich immer: Was können wir noch besser machen? Es ist quasi so, als sei ein schlafender Riese aufgewacht bezüglich unserer Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Wir haben auch angefangen, unsere Energiespartipps in kleine Texte zu verpacken und per Newsletter an Kunden und Partner zu verschicken. Dafür bekommen wir viel positives Feedback.“

Katrin Ohlmer, Geschäftsführerin

dotBERLIN GmbH & Co. KG

ohlmer@dot.berlin

 

Zu den Energiespar-Regeln von dotBERLIN geht es hier.

Links und Dokumente/Musterverträge

Weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung:

IHK-Webseite

 

Weitere Infos zum EU-Label:

Umweltbundesamt

 

Gebrauchtgeräteplattformen:

Nachhaltige Deals

Remap-Berlin

 

Tools zur Energieermittlung:

Energieverbrauch

Heizenergieverbrauch

CO2-Bilanz, inklusive Energieverbrauch

 

Vorlagen für Energiespar-Regeln als Poster:

IHK

dotBERLIN

 

Klimafreundliches Verhalten bei Mitarbeitenden etablieren:

Green Nudging